Read More Inhaltsverzeichnis Wie lautet das Vaterunser? Wie betet man das Vaterunser? Wo steht das Vaterunser in der Bibel? Welche Versionen gibt es? Warum ist es das Gebet der Christen? Was macht das Vaterunser so besonders? Fazit Das Vaterunser Wie lautet das…
Das Vaterunser – Text, Bedeutung & Bibelstellen einfach erklärt

Das Vaterunser
Wie lautet das Vaterunser?
Dies ist der vollständige Text in der heute gebräuchlichen Kirchenfassung, die in Gottesdiensten nahezu aller christlichen Konfessionen verwendet wird:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
📖 Bibelstelle: Matthäus 6,9–13 (Mt 6,9–13)
Wie betet man das Vaterunser?
Das Vaterunser ist kein gewöhnliches Gebet – es ist ein Mustergebet, das Jesus Christus seinen Jüngern persönlich beigebracht hat. Als sie ihn baten: „Herr, lehre uns beten“ (Lukas 11,1), antwortete er mit diesen Worten.
Das Gebet gliedert sich in sieben Bitten, die alle wichtigen Lebensbereiche abdecken:
- Gott als Vater ansprechen – die Beziehung zu Gott steht am Anfang
- Gottes Namen heiligen – der erste Wunsch gilt Gott selbst
- Gottes Reich und Willen – Hoffnung auf Gottes Kommen in die Welt
- Tägliches Brot – eine konkrete Bitte um das Lebensnotwendige (Mt 6,11)
- Vergebung der Schuld – bitten und gleichzeitig selbst vergeben (Mt 6,12)
- Schutz vor Versuchung – Bewahrung im Alltag (Mt 6,13a)
- Erlösung vom Bösen – das letzte Wort gehört der Hoffnung (Mt 6,13b)
Damit deckt das Gebet alle wichtigen Bereiche des Lebens ab: Gottesbeziehung, Alltag, Schuld, Zukunft und Hoffnung.
Wo steht das Vaterunser in der Bibel?
Das Vaterunser ist im Neuen Testament an zwei verschiedenen Stellen überliefert:
| Evangelium | Bibelstelle | Kontext |
|---|---|---|
| Matthäus | Mt 6,9–13 | In der Bergpredigt, als Anleitung zum Beten |
| Lukas | Lk 11,2–4 | Als Antwort auf die Bitte der Jünger: „Herr, lehre uns beten“ (Lk 11,1) |
Beide Stellen ergänzen sich: Matthäus liefert die vollständige liturgische Form, Lukas den konkreten Moment, in dem das Gebet entstand.
Welche Versionen des Vaterunsers gibt es?
Version 1: Die Matthäus-Fassung
(Mt 6,9–13)
Die heute in Kirchen und Gottesdiensten gebräuchliche Form stammt aus dem Matthäus-Evangelium. Sie enthält:
- Sieben Bitten
- Den bekannten Lobpreis am Ende
- („Denn dein ist das Reich…“)
- Eine feierliche, vollständige Struktur
Version 2: Die Lukas-Fassung
(Lk 11,2–4)
Die Fassung bei Lukas ist kürzer und einfacher. Unterschiede zur Matthäus-Version:
- Weniger Bitten
- Kein Lobpreis am Schluss
- Stärkerer Fokus auf tägliches Vertrauen auf Gott
Viele Bibelwissenschaftler gehen davon aus, dass diese Version näher am ursprünglichen Gebet Jesu liegt.
Version 3: Der Lobpreis am Ende
Der Schluss „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit“ fehlt in den ältesten Handschriften. Er wurde von der frühen Christengemeinde ergänzt und ist bereits in der Didache (einer frühchristlichen Schrift aus dem 1.–2. Jahrhundert n. Chr.) belegt. Heute gehört er fest zum Gebet in nahezu allen Kirchen.
Warum ist das Vaterunser das Gebet der Christen?
Wenn Menschen fragen: „Wie lautet das christliche Gebet?“ – meinen sie fast immer das Vaterunser. Das hat gute Gründe:
- Jesus selbst hat es gelehrt – keine andere Gebetsform hat diese direkte Autorisierung durch Christus (Mt 6,9; Lk 11,2)
- Es fasst den christlichen Glauben zusammen – Gottesbeziehung, Hoffnung, Alltag, Schuld, Schutz und Ewigkeit in wenigen Sätzen
- Es wird in allen Konfessionen gebetet – Katholiken, Protestanten, Orthodoxe und Freikirchen sprechen dieselben Worte
- Es verbindet Christen weltweit – über Sprachen, Kulturen und Jahrhunderte hinweg
Was macht das Vaterunser so besonders?
Das Vaterunser zeigt die Grundhaltung des christlichen Glaubens – und das in bemerkenswerter Kürze:
| Haltung | statt |
|---|---|
| Vertrauen | Angst |
| Gemeinschaft („unser“) | Egoismus |
| Vergebung | Vergeltung (Mt 6,14–15) |
| Hoffnung | Sorge um morgen |
Besonders das Wort „unser“ ist theologisch bedeutsam: Das Vaterunser ist kein Ich-Gebet. Es ist von Anfang an ein Gebet der Gemeinschaft – gesprochen für und mit allen Christen weltweit.
„Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.“ — Mt 6,13b
Fazit
Das Vaterunser ist:
- Das bekannteste Gebet der Welt
- Von Jesus Christus selbst gelehrt und überliefert
- In zwei Bibelversionen vorhanden (Mt 6,9–13 und Lk 11,2–4)
- Bis heute das wichtigste Gebet der Christen – in allen Konfessionen
Darum wird es seit über 2000 Jahren gebetet – in Kathedralen und kleinen Hauskirchen, in Familien und im persönlichen Alltag. Es ist das Gebet, das alle Christen verbindet.
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